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Big-Ways und Freefly

by Tazio Madliger
Slider Nr. 5/99

Wie jeder weiss, gibt es im Freefly die Tendenz grössere Gruppen fliegen zu wollen. Natürlich ist das keine schlechte Entwicklung, da es den sozialen Gedanken vom Freefly wachsen lässt. Die gleiche Tendenz hat man auch schon im RW erfahren, folglich kann man einige elementare Regeln ins Trendy Freefly übertragen. Zusätzlich gibt es aber neue nicht zu unterschätzende Komponenten, die beim Freefly durch die höheren Geschwindigkeiten und deren radikalen Änderungen existentiell werden. Nun bleibt zu definieren ab wann ein Big-Way "big" ist, dafür sollte man das Freeflykönnen und die resultierende Erfahrung im Verhältnis zur geplant fliegenden Formation setzen. Zum Beispiel wird ein Flug zu dritt für Anfänger schon ein Big-Way sein, da ihre "Basics" noch nicht unbedingt konsolidiert sind. Allgemein gesagt, wird ein Big-Way primär durch technische Kriterien bestimmt, die da sind: beherrschen der aerodynamischen Basics, Gruppenverantwortung, globaler Luftraumüberblick, Briefing, Exit, Separation, Schirmdisziplin.

Unter aerodynamischen Basics verstehen wir die Fallratkontrolle, das Anfliegen im Slot, die "Ball-Position" als Notposition,... diese Grundanforderungen erlernt man am besten unter Anleitung. Unter Gruppenverantwortung meinen wir ein völliges Bewusstsein, dass jeder fliegt - nicht nur in einer Gruppe, sondern mit vielen anderen, die auch gleich mit derselben Gruppe fliegen. Also ist die Gruppenverantwortung in Big-Ways mehr, als nur die Summe der Einzelverantwortungen. Das genaue Gegenteil vom Tunnel-Effekt ist ein globaler Luftraumüberblick d.h. die Fähigkeit nicht nur eine räumliche Visuale, sondern auch eine räumliche, zeitliche Visuale zu erreichen. Das heisst jederzeit zu wissen, wo die anderen sind , wo sie sein sollten, wie sie dahin kommen werden, ...um überhaupt eine eigene Entscheidung treffen zu können. Durch die "free" Einstellung des Freefly hat das Briefing seine Wichtigkeit nicht verloren, sondern während der Freefly Entwicklung überdies an Wichtigkeit gewonnen. Sei uns das RW "know-how" eine Lehre. Die Abgänge zu optimieren bedeutet weniger Zeitverlust zwischen Exit und Basis-Bildung; ein jeder hat seine Position (Floater, Diver, ...) und seine Aufgabe (Basis, erster Ring, ...) und seinen Anteil am Gelingen. Nicht zu vergessen ist die Sicherheit, während man aus einer Flugzeugtür springt, ohne dem Piloten ein Problem zu geben, ohne dass einer auf eine Strebe oder einen Mitspringer knallt und ohne eine ungewollte Schirmöffnung. Bei jedem Sprung grösser wie ein 2-way braucht es mehr Separationszeit und einen wohl strukturierten Separationsplan, dazu gehört auch eine bestimmte Separationsposition und -art, um diesen plötzlichen Geschwindigkeitsverlust durch das Tracking zu vermeiden. Egal, wie gut oder schlecht ein Sprung ist, er endet mit der sicheren Landung. Diese beginnt schon viel früher als die Downwind-, Base-, Final- Punkt Bestimmung; es muss gleich nach der Öffnung eine Luftraumkontrolle stattfinden und das Einhalten der Prioritäten von den anderen Springern gewährleistet sein.

In einem Big-Way zu fliegen ist sicherlich das verständliche Verlangen eines jeden. Mit einer fundierten Vorbereitung ist es auch für "Neueinsteiger" möglich und offen, schrittweise grössere Sachen zu bauen. Es ist gleichzeitig eine optimale Plattform um Erlerntes und Erarbeitetes Drittem zu zeigen und sich miteinander zu vergleichen. In der Hoffnung auf ein vibrierendes Big-Way Bewusstsein, wird vielen die Möglichkeit erhalten - lustige und erfolgreiche Wünsche zu erleben; unwichtig ob mit 30 im Head-down (Vichy'99) oder mit 300 auf dem Bauch (Thailand'99?).

Freeskies!

 


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© 1997-2005 XLR-8 • photos Tazio Madliger • design GingerDisclaimer • 07-Apr-2006 News